Das Latinum als Qualifikation für das Lehramtsstudium ist überholt und sollte durch den Erwerb einer Dritten Fremdsprache ersetzt werden.

verfasst von: Voodoo
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Das Latinum als Qualifikation für das Lehramtsstudium ist überholt und sollte durch den Erwerb einer Dritten Fremdsprache ersetzt werden.
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Berufsqualifikation
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Kommentare

Das Latinum zu haben ist immer sinnvoll, da Grundkenntnisse der lateinischen Sprache durchaus nützlich sind, allerdings ist eine dritte Fremdsprache heutzutage ebenfalls nützlich und ratsam, vielleicht sollte es beide Optionen geben, sprich entweder/oder.

Schafft das Latinum ab, es ist zu zeitaufwendig! Wir haben in unserem Latein I Kurs mit weit über 100 Leuten begonnen, zur Klausur kamen vielleicht 30. Es wird doch nur aussortiert, liefert aber keine Qualifikationen, um später mal ein besserer Lehrer zu werden. Auch in Fächern, wie z.B. Geschichte, ist Latein nicht notwendig, da man in den Schulen nicht mit antiken original Quellen arbeitet und im Studium bekommt man die Übersetzungen mitgeliefert. Das Latinum muss weg xD

kommt immer auf das studienfach an!! das ist so, und sollte auch so bleiben; bei manchen studienfächern macht es sinn, bei manchen nicht

mir egal, fand latein immer recht spannend, hatte es aber nie...

Allerdings, wofür eine dritte Fremdsprache, wenn man Mathe/Physik Lehramt studiert?

Das Latinum ist extrem zeitaufwendig und die anderen Studienfächer bleiben auf der Strecke. Ich hab mein Abitur mit drei Sprachen gemacht. Das nützt mir leider nichts, denn scheinbar zählt nur ein Latinum.

Zum Beispiel Türkisch.

habe mich aktiv für mein Studium entschieden, weil es das ist, was ich machen will. Nun muss ich vll aufhören, weil ein Latiunum und Graecum mir alles verbauen sollen?finde ich nicht richtig.Kenntnisse sollten auf jeden Fall vorhanden sein, aber die kann man auch in Pflichtkursen "abarbeiten" und sich nicht noch mit stressigen Prüfungen belasten, wenn das Gelernte sowieso nie oder nur zum Teil angewendet werden muss.Ein Latiunum ist dazu da, das Gelernte nach der Prüfung zu vergessen!! SUPER!!!

Ja. Und Lehrer sollten diese auch im Ausland lernen.

250+27, die die Latinumspflicht als überholt ansehen und das streckenweise mit sehr vernünftigen Sachargumenten untermauern; da kann ich mich nur anschließen - wobei ich aber Latein als prüfungsfreien "Grundkurs" verpflichtend für ein Semester ins Lehramtstudium einbauen würde. Das kann man als Kompromiss betrachten, wenn man möchte.

Und Du hast dann die Gelegenheit gleich genutzt, noch mal abzustimmen?

Das Graekum sollte das Latinum ablösen.

Latein nimmt fast drei Viertel meiner Lernzeit meines Studiums ein, obwohl es nur zur Qualifikation dient. Ich halte diese Regelung für überholt und stimme für den Erwerb einer dritten romanischen Fremdsprache oder jediglich den Erwerb eines Lateinsnachweises, zu erreichen in einem Kurs.

Du hast Dich doch für ein Studium mit Latinumspflicht entschieden, nur Du selbst zwingst Dich dazu, das zu machen.

Das ist dann wohl zu kurz gedacht.

Wenn Selektion, dann im Praktikum oder in den fachbezogenen Studiengängen, zumal es ja noch den Vorbereitungsdienst gibt und auch dort ausgesiebt werden kann. Aber keine Auswahl nur über Latein (wenn man das so formulieren möchte); das ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß und auch schwer zu begründen, wenn z.B. einige Unterrichtsfächer bei Sprachen das Latinum nicht mehr voraussetzen, andere aber schon. Selbst Juristen und Mediziner, die oft mit Latein konfrontiert sind, brauchen kein Latinum!

Juristen kümmern sich um Gesetze und Mediziner um kranke Menschen, oder? Wo haben die denn was mit Latein zu tun? Ich stimme Dir aber zu, dass man keine Auswahl nur über Latein betreiben sollte; ich halte das Selektionsargument auch für ein schlechtes; ich finde allerdings, dass es mir hier mehr als einmal gut gelungen ist, die Latinumspflicht zu begründen. Dass etwas "nicht zeitgemäß" sei, ist als Argument halt sehr willkürlich gewählt und daher nicht sonderlich stark.

Sie hatten im Studium mit Latein zu tun, da für ihre Studiengänge das Latinum Pflicht war - das wurde aber abgeschafft, da man die Relevanz nicht mehr sah. Ich sehe eben nicht, das hier die Latinumspflicht "gut" begründet wurde - es kommt bisher immer nur ein plakatives Totschlagsargument, das mittlerweile wissenschaftlich widerlegt wurde.

Bitte erkennt mir meine Fremdsprachen an und verschont mich mit Latein - das liefert mir im Umkehrschluss die Zeit, mich umfassend und tiefgreifend mit meinen angestrebten Fächern zu beschäftigen und evtl. sogar noch ein drittes Unterrichtsfach mit ins Studium aufzunehmen. Ansonsten könnte man die freigewordene Zeit auch für die methodisch/didaktische Vorbereitung aufs Lehramt nutzen - das wäre bitter nötig, denn das kommt m.M.n. eher zu kurz. Also: Nehmt mir Latein und ich gebe euch Qualität.

Was aber, wenn wir glauben, dass Latein dazu gehört, Dich tiefgreifend mit Deinen angestrebten Fächern zu beschäftigen? Nutze Deine Zeit doch, um Latinum zu machen, so Du es für Dein Studium brauchst! Methodische und didaktische Überlegungen kannst Du ja anstellen, wenn Du mit den Grundlagen Deines Faches fertig bist, weil wenig schröcklicher ist als Lehrer, die methodenstark aber fachlahm sind.

Und wenn man, wie ich, nur noch 1 Semester Studium vor sich hat und Latein NIEMALS gebraucht hat?

Latinum ist grundlage für Antike und Mittelalter. Nicht für Neuzeit.

Anmaßung, zu behaupten, man sei als Geschichtslehrer fachlahm, weil man nur Lateinkenntnisse, aber kein Latinum hat! Dann ist mein gesamtes Studium, in dem ich sehr gute Noten habe, also fachlich schwach...

Wenn "ihr" glaubt, das ein Latinum dazu gehört, um als Lehrer nicht "fachlahm" zu sein, dann erklärt "mir" mal bitteschön, warum das bei den Germanisten dann keine Pflicht mehr ist - Deutschlehrer stehen über der Grammatik, wie einst Kaiser Sigismund, oder wie? Ich glaube eher, "ihr" habt mittlerweile keinen Plan mehr davon, was in Bachelor und M.Ed. Gegenstand des Studiums ist und seit gedanklich noch bei Magister&Co. anno dunnemals...

Liebe Teilnehmerinnen, liebe Teilnehmer,
setzt Euch für Eure Interessen und Meinungen ein, aber bleibt dabei bitte sachlich und fair. Achtet auf die Spielregeln (http://besser-studieren.nrw.de/spielregeln) und ermöglicht damit einen offenen Diskussionsprozess.

Danke im Voraus und Beste Grüße
Markus (Moderation)

EIne lebende Sprache ist für Lehrer wichtiger als das Latinum. Uns Grammaik lernt man auch durch den Erwerb anderer Sprachen.

q.e.d.

Die Frage, die noch gar nicht diskutiert wurde, ist, ob Selektion im Studium nicht auch gut und richtig sein kann. Schließlich werden die Leute hinterher Lehrerin oder Lehrer. Jede Prüfung trägt damit ja auch einen Selektionscharakter, weil sie unterscheidet, ob jemand sie bestanden hat oder nicht.

Selektion ist wichtig, ja!
Nicht jeder faule Dummkopf sollte Lehrer werden können.

ABER (!):
SINNVOLLE Selektion ist angebracht. Das heißt: Hebt das Niveau des Studiums an, statt irgendwelche zusätzlichen Hürden aufzubauen, die nur peripher mit dem Studium und dem Berufswunsch zu tun haben!

Lasst mehr pädagogische und didaktische Praxis einfließen, behandelt auch mal fachlich die Themen, die im Lehrplan stehen!

WENN Selektion, dann SINNVOLLE Selektion.

Liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer,
bitte unterlasse Anmerkungen wie: "Nicht jeder faule Dummkopf sollte Lehrer werden können."
Menschen der Berufsgruppe der Lehrerinnen und Lehrer könnten sich durch Dein Kommentar beleidigt oder angegriffen fühlen. Achte auf einen fairen Dialog und halte Dich das nächste Mal bitte an die Spielregeln (http://besser-studieren.nrw.de/spielregeln).

Beste Grüße
Markus (Moderation)

Verzeihung. Ich habe extra niemanden persönlich angesprochen.

Ich würde mich hinsichtlich Lateins nur noch streiten, was daran jetzt nicht sinnvoll sein kann, gebe Dir aber im Grundsatz recht.

Ich wollte damit auch vor allem darauf aufmerksam machen, dass Selektion hier in einem ausschließlich negativen Zusammenhang gebraucht worden ist.

Es streitet auch keiner (oder nur manch einer) ab, dass Latein sinnvoll ist.

Aber das Ausmaß des Nachhol-Latinums ist nicht sinnvoll. Wenn man für das Nachholen des Latinums mehr Zeit und ARbeit investieren muss, als ins ein eigentliches Studium, dann steht das in keinem Verhältnis zu einander.

Deine kritische Anmerkung zur Selektion ist wichtig.

Vielleicht vergleichbar: ich mache gerade Graecum, weil man das für mein Studienfach benötigt. Für mein anderes Studienfach, Geschichte, benötige ich noch eine zweite Fremdsprache neben Latein und Englisch, praktischerweise geht auch Graecum.

Ich investiere sicher auch viel Zeit in dieses Graecum, begreife es aber eben auch als Teil meines Studiums und nicht als Fremdkörper darin. Deswegen finde ich die Wahrnehmung "eigentliches Studium" und "Latinum" etwas artifiziell.

Ich studiere ebenfalls Geschichte und spiele mit dem Gedanken einer Promotion in Zeitgeschichte o.ä. nach dem M.Ed. - nur leider hindert mich die Latinumspflicht daran, freiwillige Aufbaukurse zu besuchen, weil es zeitlich schlichtweg unmöglich ist beides zu kombinieren. Und für frühe Neuzeit/Neuzeit/Zeitgeschichte brauche ich nun einmal kein Latein, nocht nicht einmal bei der Promotion. Daher differenziere ich ebenfalls nach "eigentlichem Studium" und "Latinum".

Hm... Schenk Dir doch die Latinumskurse und bring Dir das selbst bei. Das geht vermutlich in jedem Fall schneller und Du bist nicht an anderer Leute Tempo gebunden. So ne Stunde am Tag wird völlig reichen, damit Du dann hinterher die Latinumsprüfung bei der Bezirksregierung wirst machen können.

Interessant finde ich, dass Du wohl für den Bachelor kein Latinum gebraucht hast, oder? Das so spät im Studium als noch zu erlernend zu deklarieren, finde ich auch etwas ärgerlich.

Ich bin noch im Bachelor, aber schon lebensälter - daher auch die genaue Planung bezüglich der Promotion ;-) Das Latinum mache ich derzeit über die Uni, um einen Teil des Optionalbereichs abzudecken - den Latinumsnachweis muss man generell aber erst bei der Anmeldung zur M.Ed. Prüfung nachweisen, vorher interessiert es niemanden, es sei denn du schreibst deine Bachelorarbeit in Antike oder Mittelalter.

Du wirst Dir das schon gut überlegt haben. :)

Sign!

Das Latinum ist wirklich eine Belastung. Ich habe es einfach nicht geschafft und sogar mein Fach gewechselt damit ich eine Belastung während des Studiums weniger habe.
Es gibt so viele Sprachen, die besser zu erlernen sind, weil sie auch noch gesprochen werden und im späteren berufsleben hilfreich sein können

Ein Latinum kann auch Grund zu großer Freude sein, weil man eine wunderschöne Sprache erlernt. Dass man diese Sprache mittels Sprechen nicht lernt, sondern sich deduktiv erschließen muss, ist eines der starken Argumente für das Latinum, weil es sich fachdidaktisch damit so stark von "modernen" Fremdsprachen unterscheided. Latein erlernt man eben einzig mit seiner Fähigkeit zum normenkorrekten abstrakten Denken verbunden mit Sprachgefühl und der Bereitschaft, Vokabeln zu lernen.

Das ist dann wohl eher Ansichtssache...

Das sagt man ja Meinungen an sich nach. :)

Definitv ist das Latinum für das Lehramtsstudium eine überflüssige Zusatzsatzbelastung!

Trotz der Tatsache, dass ich kath. Theologie studiere, sehe ich das Latinum als sinnfrei an. Lateinisches Fachvokabular erachte ich als sinnvoll, aber wofür das GANZE Latinum. Ich könnte die Zeit sinnvoller für ander Studieninhalte investieren. Und ich möchte betonen, dass Latein die Gelehrtensprache WAR!

Hast Du Dich schon mal mit der Frage befasst, was der Quelltext Deiner Wissenschaft ist und in welcher Sprache er vorliegt? Gerade bei Theologen ist es doch geradezu ein Akt der Aufklärung, nicht auf die Übersetzungen anderer angewiesen zu sein, sondern selbst lektürefähig zu sein im Hinblick auf das, was da behandelt wird.

DEFINITIV!!!!

ich denke es kommt ganz auf das Fach an. Das Latinum sollte nicht zwangsläufig pflicht sein. Für Fächer wie Geschichte, Italienisch und Französisch allerdings schon, da diese stark von Latein abhängig sind. Ich denke, und ich bin lateinstudent, sollten aber Lateinkenntnisse, da dies immer noch Gelehrtensprache ist, allerdings Pflicht sein. Mind. für alle Geisteswissenschaften. Dies würde den Latinumsdruck vermindern.

Wir reden hier nach wie vor von Fächern, welche das Lehramt anstreben. Geschichte, Anglistik, Italienisch und Französisch usw. brauchen nicht zwangsläufig Latein, insbesondere in der Ausübung des Berufes später. Schüler sind schon mit den neuzeitlichen Sprachen belastet, da noch lat. Querverweise zu setzen, nur um das Latinum zu rechtfertigen, ist schier unnötig. Und Geschichte kann es maximal in der Antike und Mittelalter gebrauchen.

das kommt doch wohl auf das fachgebiet, also das unterrichtsfach an

Der Ansatz Latein zur Hölle zur schicken ist gut. Aber wieso eine dritte Fremdsprache?
Wozu braucht ein Mathe/Physik-Lehrer Fremdsprachen? (Abgesehen dass jeder Mensch zumindest eine Fremdsprache kennen sollte...)

Kenntnisse in Latein sagen in keinster Weise etwas über meine Kenntnisse in anderen Sprachen aus. Der Zeitaufwand, der für den Erwerb des Latinums erforderlich ist, sollte man lieber dafür nutzen, zukünftigen Lehrer noch viel mehr soziale und didaktische Skills zu vermitteln, die ihnen auch tatsächlich helfen bessere Lehrer zu werden. Das Latinum dient meiner Meinung nach nur als Selektionsmaßnahme der Studenten.