Ablauf - Aktuelle Phase

1.

Bildungsstreik

Die große europäische Bildungsreform führte auch in Deutschland zu Kritik - die Landesregierung hat sich dieser gestellt.

Die Umstellung von Diplom- und Magister-Studiengängen auf Bachelor- und Master-Abschlüsse ist die größte europäische Bildungsreform der vergangenen Jahrzehnte. Sie erforderte große Anstrengungen von Studierenden, Hochschulen und Regierungen. Europaweit kam es hierbei zu Protesten - auch in Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung hat sich der Kritik am Bologna-Prozess offen gestellt und sie gemeinsam mit Studierenden und Hochschulen konstruktiv in einen Maßnahmenkatalog münden lassen. Kritisiert worden war insbesondere die stoffliche Überfrachtung einzelner Studiengänge, die "Verschulung" des Studiums, etwa durch Anwesenheitspflichten bei Vorlesungen, sowie der teilweise zu geringe Praxisbezug. Auch die nicht unmittelbar erkennbar werdende Erhöhung der nationalen und internationalen Mobilität, die mit dem Bologna-Prozess gefördert werden soll, wurde beklagt.

2.

Erstes Memorandum

Mit Unterstützung der Landesregierung erstellten die Rektorinnen und Rektoren der NRW-Universitäten ein Memorandum.

Im November 2009 erarbeiteten die Rektorinnen und Rektoren der nordrhein-westfälischen Universitäten unter begleitender Moderation der Landesregierung ein Memorandum (Link zum PDF) zur weiteren Umsetzung des Bologna-Prozesses im Interesse der besseren Studierbarkeit der neuen Studiengänge und der Aufnahme der Kritik der Studierenden: Die Rektorinnen und Rektoren verpflichten sich darin, an ihren Universitäten eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Wo gibt es Probleme? Wie können sie gelöst werden?

3.

Bestandsaufnahme: Fragebogenaktion, Dialoggespräch, Bologna-Statuskonferenz

Auf Initiative von Landesregierung und Hochschulen erfolgte eine Bestandsaufnahme zu möglichen Verbesserungen.

Landesregierung und Hochschulen erstellten gemeinsam eine Bestandsaufnahme, an welchen Stellen im Rahmen der Studienreform Nachbesserungsbedarf besteht. Das Wissenschaftsministerium verschickte dazu einen Fragebogen an die 37 Hochschulen in Trägerschaft des Landes (Dezember 2010 bis Februar 2011). In einem Dialoggespräch mit Studierenden wurde über den Bologna-Prozess gesprochen. Im Juli 2011 fand die Bologna-Statuskonferenz in Düsseldorf statt. Auf dieser diskutierte Ministerin Schulze mit 100 geladenen Gästen - darunter die Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenzen der Universitäten und Fachhochschulen, Hochschulleitungen, Studierende sowie Vertreter aus Hochschulforschung, Wirtschaft und Politik - über die Fortschritte der NRW-Hochschulen auf dem Weg zu einem gelungenen Reformprozess.

4.

Online-Konsultation

Die Online-Befragung bezieht erstmals die Sicht der Studierenden bei der Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses ein.

Die Online-Befragung bezieht erstmals aktiv die Seite der Studierende bei der Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses mit ein. Vom 31. Oktober bis zum 21. November 2011 haben diese die Möglichkeit, sich gezielt zu ihren Studienbedingungen zu äußern.

5.

Auswertung, Ergebnisse und Rückmeldung

Die Ergebnisse der Online-Befragung werden ausgewertet, dokumentiert und in weitere konstruktive Schritte einfließen.

Die Ergebnisse der Online-Befragung werden ausgewertet, dokumentiert und im Anschluss in weitere konstruktive Schritte münden. So soll es ein zweites Memorandum zum Bologna-Prozess geben. Ebenso fließen die Ergebnisse in die Gestaltung der Hochschulpolitik und in die Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Hochschulen mit ein.

6.

Memorandum unterzeichnet

Land und Hochschulen unterzeichnen Memorandum „Erfolgreich studieren in Nordrhein-Westfalen“.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und die Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten, Prof. Dr. Ursula Gather, und der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen, Prof. Dr. Martin Sternberg, unterzeichneten am 1. März 2012 das Bologna-Memorandum „Erfolgreich studieren in Nordrhein-Westfalen“.Die Ergebnisse der Online-Befragung sind in die Erarbeitung des Memorandums eingeflossen. Vereinbart werden Maßnahmen zur Studierbarkeit und Qualität der Lehre, zu Mobilität und Anerkennung von Studienleistungen und zum Übergang Bachelor / Master.

7.

Anwesenheitspflichten

Zahlreiche Hochschulen fordern von ihren Studierenden bei bestimmten Lehrveranstaltungen...

Zahlreiche Hochschulen fordern von ihren Studierenden bei bestimmten Lehrveranstaltungen, dass sie durchgehend anwesend sind. Das ist eine große Belastung für die Studierenden - vor allem dann, wenn sie neben dem Studium arbeiten, ein Kind betreuen oder Angehörige pflegen. Dieses Thema hat für die Landesregierung besondere Bedeutung. Das MIWF hat deshalb in einem Schreiben vom 9. September 2011 an die Hochschulen in NRW deutlich gemacht, dass schon nach aktueller Rechtslage Anwesenheitspflichten nur bedingt möglich sind. Dieses Schreiben finden Sie im Downloadbereich auf der Seite Informationen. Außerdem ist die Frage zu stellen, ob das Hochschulgesetz noch engere Vorgaben für Anwesenheitspflichten machen soll. Damit wird sich der offene Dialogprozess zur Weiterentwicklung des Hochschulrechts befassen.

8.

Benotung von Einzelleistungen

Ein weiterer Grund für die Belastung der Studierenden nach der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge...

Ein weiterer Grund für die Belastung der Studierenden nach der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge ist die Tatsache, dass aktuell alle Modulprüfungen zu benoten sind (§ 63 Absatz 1 Satz 3 Hochschulgesetz NRW) und diese Noten auch in die Abschlussnote einfließen. Ob das Hochschulgesetz an dieser Stelle geändert werden soll, wird auch im Rahmen des offenen Dialogprozesses zur Weiterentwicklung des Hochschulrechts diskutiert werden.

9.

Anerkennung andernorts erbrachter Studienleistungen

Der Bologna-Prozess hat das Ziel, die Mobilität der Studierenden zu erleichtern. Dieses setzt voraus...

Der Bologna-Prozess hat das Ziel, die Mobilität der Studierenden zu erleichtern. Dieses setzt voraus, dass andernorts erbrachte Studienleistungen schnell und unbürokratisch anerkannt werden. Das MIWF hat in einem Schreiben vom 9. November 2011 an die Hochschulen in NRW deutlich gemacht, dass schon nach aktueller Rechtslage andernorts erbrachte Studienleistungen im Zweifel anerkannt werden müssen. Dies und weitere Rechte der Studierenden ergeben sich aus der Lissabon-Konvention von 1997. Das Schreiben des MIWF finden Sie im Downloadbereich der Seite Informationen. Im offenen Dialogprozess zur Weiterentwicklung des Hochschulrechts muss auch die Frage beantwortet werden, ob die Regeln der Lissabon-Konvention deutlicher im Hochschulgesetz NRW verankert werden sollen.